Autismus tritt besonders häufig bei Menschen auf, deren Gehirn anatomisch besonders männlich ist – Wellston Journal


Eine neue Studie hat ergeben, dass Autismus bei Männern häufiger auftritt als bei Frauen, und dass Unterschiede in der Gehirnstruktur auch ein Faktor sein können, ungeachtet des biologischen Geschlechts. Es deutet darauf hin, dass ein Gehirn mit Merkmalen, die häufiger im männlichen Gehirn zu finden sind, mit einer höheren Wahrscheinlichkeit für eine Störung des Autismusspektrums zusammenhängt.
Die Studie ergab, dass ein anatomisch männlicheres Gehirn mit einer höheren Wahrscheinlichkeit für ASD verbunden war als ein anatomisch weiblicheres Gehirn.

Die Erstautorin Dr. Christine Ecker von der Goethe-Universität in Frankfurt und Kollegen berichten in der Fachzeitschrift JAMA Psychiatry über ihre Ergebnisse.

Spectrum Disorder (ASD) – allgemein bekannt als Autismus – sind Begriffe, die eine Reihe komplexer Hirnentwicklungsstörungen beschreiben, die zu erheblichen sozialen, Kommunikations- und Verhaltensstörungen führen können.

ASD ist eine Breitspektrumstörung: Keine zwei Menschen mit ASD haben genau die gleichen Symptome.

Menschen mit ASD können mit anderen interagieren und auf eine Weise lernen, die sich von den meisten anderen Menschen unterscheidet. Einige Menschen mit ASD brauchen wenig Hilfe in ihrem täglichen Leben, während andere viel brauchen.

Laut den Centers for Disease Control and Prevention (CDC) leidet in den USA etwa 1 von 68 Kindern an ASD, und die Störung ist bei Jungen (1 von 42) häufiger als bei Mädchen (1 von 189).

Unterschiede im durchschnittlichen männlichen und weiblichen Gehirn

Frühere Studien haben gezeigt, dass sich das durchschnittliche männliche Gehirn in bestimmten strukturellen Merkmalen vom durchschnittlichen weiblichen Gehirn unterscheidet – beispielsweise hat das durchschnittliche männliche Gehirn ein größeres Volumen.

Schnelle Fakten zu ASD

  • ASD tritt in allen rassischen, ethnischen und sozioökonomischen Gruppen auf
  • Rund 44 Prozent der Kinder mit ASD haben durchschnittliche bis überdurchschnittliche intellektuelle Fähigkeiten
  • Kinder, die zu älteren Eltern geboren wurden, haben ein höheres Risiko für ASD.

In ihrer Arbeit haben Dr. Ecker und Kollegen eine Studie veröffentlicht, in der auch festgestellt wurde, dass sich einige der bei Männern und Frauen bekannten Gehirnstrukturen mit Bereichen überschneiden, die mit psychiatrischen Erkrankungen zu tun haben – wie z. B. ASD.

Die Forscher konzentrierten sich auf die kortikale Dicke, da dies eine der Hirnfunktionen ist, die bei Männern und Frauen unterschiedlich ist und sich auch bei Menschen mit ASD verändert.

Das Team rekrutierte 98 rechtshändige Erwachsene (49 Männer, 49 Frauen) mit hochfunktioneller ASD und sie verglichen sie mit 98 Erwachsenen (51 Männer, 47 Frauen) ohne ASD (die Kontrollen). Die Teilnehmer waren zwischen 18 und 42 Jahre alt.

Die kortikale Dicke wurde mithilfe von Gehirnscans beurteilt, und alle Teilnehmer mit ASD wurden gemäß der International Statistical Classification of Diseases () diagnostiziert. Die Diagnosen wurden mit klinischen Standardtests bestätigt.

ASD dreimal wahrscheinlicher bei Frauen mit männlichen Gehirnen

Aus einer statistischen Analyse ergab das Team, dass ein anatomisch männlicheres Gehirn mit einer höheren Wahrscheinlichkeit für ASD verbunden ist als ein anatomisch weiblicheres Gehirn.

Zum Beispiel zeigten die Ergebnisse, dass weibliche Teilnehmer, deren Gehirn anatomisch männlicher war, etwa dreimal häufiger an ASD litten als weibliche Teilnehmer, deren Gehirn anatomisch weiblicher war.

Die Autoren betonen, dass ihre Studie eher als Beweis des Prinzips dient und dass mehr Arbeit geleistet werden muss, um ihre Ergebnisse zu bestätigen und die zugrunde liegenden Ursachen für solche Unterschiede zu untersuchen.

Sie schlagen vor, dass weitere Studien nun untersuchen sollten, ob ihre Ergebnisse in anderen Untergruppen des autistischen Spektrums repliziert werden können. ihre war auf hochfunktionierende Erwachsene mit ASS beschränkt.

Forscher schließen daraus:

"Unsere Studie zeigt, dass die normative geschlechtsspezifische Phänotypendiversität in der Gehirnstruktur die Prävalenz von ASS zusätzlich zum biologischen Geschlecht allein beeinflusst, wobei männliche neuroanatomische Merkmale ein höheres intrinsisches Risiko für ASS aufweisen als weibliche Merkmale."

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